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Weltkongress Berlin 2010

Vom 16.-19.Juni 2010 findet in Berlin der Weltkongress für Menschen mit Behinderungen und deren Bezugspersonen, für politische Entscheidungsträger und Dienstleister und für alle statt, die sich dem Kongress-Motto verschrieben fühlen: „Inklusion – Rechte werden Wirklichkeit“.

 
  • Menschen mit Behinderung halten "Willkommen-Plakat" vor dem Brandenburger Tor

Hintergrund für den Weltkongress

Die Mitgliedsstaaten der UNO haben 2006 die „UN-Konvention der Rechte von Menschen mit Behinderungen“ verabschiedet, zu deren nationaler Umsetzung sich mit Stand Oktober 2009 bereits 72 Länder rechtlich verpflichtet haben, darunter seit 26. Oktober 2008 auch Österreich.

Die UN-Konvention schützt die Rechte der Menschen mit Behinderung und tritt für eine aktive und selbstbestimmte Teilhabe der Menschen mit Behinderung mitten in unserer Gesellschaft ein („Inklusion“). Damit dieser rechtliche Anspruch auch für Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen, auch in Österreich, tatsächlich Wirklichkeit wird, soll der Weltkongress einen wesentlichen Beitrag leisten.  

Worum geht es?

Im Mittelpunkt stehen junge und alte Menschen mit geringer bis hin zu schwerer intellektueller und mehrfacher Beeinträchtigung, sowie ihre Familien. Über ihre Rechte wird gesprochen:

  • Ihr Recht auf ein Leben in Würde
  • Behinderte Menschen haben gleiche Rechte, auch das Recht selbst Entscheidungen zu treffen
  • Sie leben mitten in der Gemeinschaft
  • Sie haben das Recht auf inklusive Bildung wie alle anderen
  • Sie haben das Recht auf ein Leben ohne Armut
  • Niemand darf sie abwertend behandeln und diskriminieren 
  • Sie gehören dazu und dürfen nicht sozial ausgegrenzt werden  

Wie wird das Programm aussehen?

Zirka 60 unterschiedliche Angebote von etwa 150 Referenten aus der ganzen Welt erwarten die voraussichtlich 1.300 Teilnehmer. Angebote in den Kongresssprachen Deutsch, Englisch, Spanisch und Französisch (teilweise mit Simultanübersetzung) werden in leichter Sprache genau so vorgehalten wie der eine oder andere wissenschaftliche Beitrag.

An den vier Kongresstagen geht es um den aktuellen Umsetzungsstand der UN-Konvention in den unterschiedlichen Ländern, um ihre Auswirkungen auf alle Lebensfelder geistig behinderter Menschen, ihrer Familien und die Arbeit der Dienstleistungsanbieter: Um Impulse, die von Teilhabe und Inklusion behinderter Menschen auf unsere Gesellschaft ausgehen, und um die Frage, was alle Beteiligten dazu beitragen können, damit diese Rechte Wirklichkeit werden.

Den Teilnehmern werden vor allem viele praxisnahe Beispiele aus der ganzen Welt geboten, im Folgenden einige Beispiele:

  • Was können Familien und geistig behinderte Menschen selbst zur Umsetzung der Konvention beitragen – hierüber werden Eltern und Selbstvertreter aus unterschiedlichen Ländern berichten
  • Welche Rolle haben Einrichtungen in diesem Prozess – auch hier referieren Vortragende über „best practice“ aus unterschiedlichen Ländern
  • Wie können geistig behinderte Menschen sich selbst rechtlich vertreten – geplant sind hier bemerkenswerte Beispiele aus Ungarn und Kanada
  • Visionen aus dem Arbeitsleben mit konkreten Projekten aus Mexiko, Luxemburg oder Österreich
  • Armut und Arbeit – dies bewegt in Rumänien – aber sicher nicht nur dort
  • Die Thematik des Persönlichen Budgets wird durch ein aufsehenerregendes Projekt aus Großbritannien aufgegriffen
  • Workshops sind geplant zu dem nicht weg zu diskutierenden Spannungsfeld zwischen mehr Selbstbestimmung und notwendigem Schutz
  • Selbstverständlich wird die Frage, wie auch Menschen mit hohem Hilfebedarf vom Geist der UN-Konvention profitieren können, diskutiert
  • Gleiches gilt für medizinisch-gesundheitliche Themen, wo es zum Beispiel um den willkommenen Patienten im Krankenhaus oder in der Arztpraxis gehen wird
  • Eine libanesische Vertreterin wird zur Selbstvertretungsbewegung im Mittleren Osten berichten
  • Wie Eltern und behinderte Menschen selbst zusammenwirken, um ihre Rechte Wirklichkeit werden zu lassen – dazu stehen Beispiele aus Kanada und Südafrika bereit
  • Empowerment bei alten Menschen mit geistiger Behinderung – hierzu wird aus Belgien berichtet
  • Ein französisches, dort sehr „hochgehandeltes“ Beispiel zum Zugang zu Informationen
  • Wie Wohnen in der Gemeinschaft durch moderne Technologien unterstützt wird – hierzu ein Programmpunkt aus Großbritannien
  • Die inklusive Stadt – unsere australischen Partner wissen hier Einiges zu berichten
  • Natürlich: inklusive Bildung mit vielen Beispielen aus mehreren Ländern der Welt
  • Die Rolle von Frauen mit geistiger Behinderung – auch Eltern geistig behinderter Menschen – wird Thema sein
  • Aus Österreich kommt ein Erfahrungsbericht, wie Nutzer von Einrichtungen Qualität beurteilen und verbessern helfen
  • Themen mit weltweiter Brisanz sind selbstverständlich vorgesehen: Ein japanischer Experte wird in diesem Zusammenhang zwischen Weltwirtschaftskrise und unserer Arbeit referieren
  • Wie NGOs mit weltweit agierenden Organisationen wie der Weltbank und Unesco zusammenarbeiten können – auch dies wird den gemeinsamen Horizont erweitern
  • Internationale renommierte Experten werden sich mit den weltweit diskutierten ethischen Fragestellungen zwischen Lebensbeginn und Lebensende behinderter Menschen befassen.

Kosten und Anmeldung

Der Kongress findet vom 16.-19. Juni 2010 im Estrel Hotel Berlin statt. Die Teilnahmegebühren sind wie folgt: 

bei Anmeldung bis 15. Februar 2010 (später etwas höher)                              

                            Mitglieder   Nicht-
                                             mitglieder

Familienmitglieder    330,00 €     390,00 €   
Selbstvertreter       190,00 €     250,00 €
Unterstützer           190,00 €     250,00 €
Andere                  460,00 €     540,00 €  

Alle weiteren Details, aktuelle Informationen und die Anmeldung selbst direkt über die Kongress-Homepage 
www.inclusion2010.de   bzw.
über das Kongress-Büro:
Congress Organisation Thomas Wiese GmbH
Hohenzollerndamm 125, 14199 Berlin, Deutschland
Tel.: +49 (0)30 – 85 99 62-29Fax: +49 (0)30 – 85 07 98 26
inclusion AT ctw-congress.de
www.ctw-congress.de

Der Kongress wird veranstaltet von Inclusion International, Inclusion Europe und Lebenshilfe Deutschland, also Organisationen, die sich nachhaltig für die Anliegen von Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen einsetzen, und mit denen die Lebenshilfe Wien entweder als Mitglied oder als Schwesterorganisation eng zusammenarbeitet.    

 

6. November 2009 / lhw-bs