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Dr. Karl Müller

"Ich habe viele Schicksalsschläge in meinem Leben hinnehmen müssen. Mit viereinhalb Jahren verlor ich Vater und Mutter; mit 18 Jahren wurde ich im Krieg so schwer verletzt, dass mein rechtes Bein amputiert werden musste. Trotz dieser Tiefschläge empfand ich die Geburt meines dritten Kindes in meinem damaligen Leben als besondere Prüfung.
Marcus war das Abbild eines Engels, so süß anzuschauen. Wir dachten, er sei ein "Spätzünder", weil er in allem etwas langsamer war. Als er zwei Jahre alt war, eröffnete uns die Kinderärztin, dass unser Kind nie so wie die anderen werden würde. Marcus hatte eine geistige Behinderung. Das war ein Schock für uns!
Unsere Familien boten uns kaum Rückhalt, und Ärzte sowie Psychologen rieten uns, Marcus in ein Heim zu geben. Es folgten schwierige Jahre, in denen Marcus von einer Institution zur anderen musste. Erst bei der Lebenshilfe konnten wir sehen, dass unser Sohn kompetent betreut wird.  Sie hilft behinderten Personen, ein weitgehend selbständiges Leben zu führen.

 

Porträt Dr. Karl Müller

Ich lernte Marcus so zu lieben, wie er ist. Denn jeder Mensch ist einzigartig und in jedem Menschen steckt etwas Besonderes. Menschen mit Behinderung sind von Geburt an vor viele Herausforderungen gestellt. Vieles, was für Personen ohne Behinderung selbstverständlich ist, bleibt ihnen mitunter ein Leben lang versagt. Und in vielen Bereichen brauchen sie Unterstützung. Sie haben ein Recht auf diese Unterstützung und auf ein Leben in Würde! Dafür engagiere ich mich nun schon viele Jahre als Ehrenpräsident der Lebenshilfe Wien."